Manchmal schreibt der Fußball Geschichten, die klingen, als hätte sie sich der Chefarzt persönlich ausgedacht. Der SV Bad Heilbrunn schleppte sich ins Heimspiel gegen Pullach wie ein Patient nach einer Vollnarkose – kaum ein Spieler, der nicht angeschlagen, krank oder gerade erst aus dem Urlaub zurück war. Die Vorzeichen standen also auf 'lieber mal die 112 vorwählen'. Doch was die Lang-Truppe dann auf den Rasen zauberte, war pure Charakterstärke. Mit taktischer Finesse und Toren zu den psychologisch wichtigsten Momenten hielt man die Gäste in Schach. Besonders bemerkenswert: der Führungstreffer durch einen Freistoß-Hammer von Ludwig Buchmair, der mit gefühlter Lichtgeschwindigkeit im Kasten einschlug. Zwar machten es die Heilbrunner durch Nachlässigkeiten nochmal spannend, aber am Ende stand ein verdienter 3:2-Sieg. Ein Sieg des Willens, der beweist: Auch auf dem Zahnfleisch kann man tanzen.