Wer im Sport ganz oben mitmischen will, braucht nicht nur Talent und Training, sondern auch das richtige Handwerkszeug und vor allem die Erlaubnis, es zu bedienen. Das gilt im Schießsport ganz besonders. Während anderswo noch der Schweiß der Sommervorbereitung trocknet, plant man im Schützengau Weilheim bereits für den Herbst und beweist Weitblick. In einer Mitteilung vom 10. August wird ein entscheidender Termin für alle ambitionierten Schützen und die, die es werden wollen, angekündigt: der 'Lehrgang zum Erwerb der Waffensachkunde nach §7 WaffG'. Klingt erstmal nach Beamtendeutsch aus einem Tarantino-Film, ist aber die absolut notwendige Grundlage für den verantwortungsvollen Umgang mit dem Sportgerät. Eine Art Führerschein für Sportschützen. Das Schöne daran: Hier wird über den Tellerrand geschaut. Der Lehrgang wird zwar federführend vom benachbarten Schützengau Schongau ausgerichtet, doch die Kameraden aus Weilheim sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Eine Kooperation, die zeigt, wie Vereinsleben im Oberland funktioniert: unkompliziert, pragmatisch und immer im Sinne des Sports. Die genauen Termine sind für Ende Oktober und Anfang November angesetzt – genug Zeit also, sich mental und physisch auf diese wichtige Prüfung vorzubereiten. Ein Schuss ins Schwarze für die Ausbildung in der Region.
Manche Vereine machen ein Staatsgeheimnis aus ihrer Saisonvorbereitung, als würden sie die Kernfusion neu erfinden. Nicht so die Tölzer Löwen! Die machen einfach die Scheunentore weit auf und sagen: 'Kommt's alle her!' Am 16. August steigt der große Fan-Tag, eine Art Familientreffen für alle, deren Blut nicht rot, sondern eisblau ist. Erst gibt's eine Pressekonferenz, bei der die Tinte wahrscheinlich schneller gefriert als das Eis, dann ein öffentliches Training, bei dem man den Schweiß riechen und das Krachen der Checks hören kann. Und weil das noch nicht reicht, wird danach beim Fanstammtisch Klartext geredet. Das ist sie, die pure, unverfälschte Eishockey-Romantik. Hingehen, Bier trinken, glücklich sein.
Looping-Louie für Fortgeschrittene: Man muss sich das mal vorstellen: Wir sitzen hier unten, sortieren unsere Thermomix-Rezepte und fragen uns, ob die neue Staffel 'Bauer sucht Frau' was wird. Und oben am Himmel, da malt einer namens Wolfgang Schieck vom Segelflugzentrum Königsdorf derweil Gedichte in die Wolken. Bei der Landesmeisterschaft in Hünsborn hat er die Konkurrenz mal so richtig alt aussehen lassen und sich den Titel des Bayerischen Meisters im Segelkunstflug geholt. Das ist nicht nur Sport, das ist Rock'n'Roll in 2000 Metern Höhe. Während wir uns also überlegen, ob wir den Rasen sprengen dürfen, definiert dieser Held die Gesetze der Physik neu.
Manche Dinge im Leben geben einfach Sicherheit: Das Amen in der Kirche, die nächste Steuererklärung und Lukas Gohlke in der Abwehr des EC Peiting. In einer Welt, in der Loyalität oft die Halbwertszeit einer Tüte Gummibärchen hat, setzt das gallische Dorf aus dem Pfaffenwinkel ein Zeichen, das lauter ist als jeder Check an der Bande. Der 'Aggressive Leader', wie sie ihn ehrfürchtig nennen, hängt noch ein Jahr dran. Zwölfte Saison, meine Damen und Herren. In einer Zeit, in der Fußballprofis nach zwei Jahren den Verein wechseln, um sich 'neu zu erfinden', ist das eine Ewigkeit. Gohlke ist für den ECP, was der Fels für Gibraltar ist. Coach Lanny Gare weiß, was er da hat: Einen, der sich in jeden Schuss wirft, als gäbe es kein Morgen, und der in der Kabine das Wort führt. 'Jede Mannschaft braucht einen Spielertypen wie Ihn', so der Trainer. Und er hat so recht. In den Playoffs, wenn die Luft brennt und die Nerven flattern, sind es genau diese Charaktere, die den Unterschied machen. Ein Hoch auf die, die bleiben. Ein Hoch auf Lukas Gohlke.
Wenn der Blomberg zum Sportplatz wird, dann weiß man in Bad Tölz: Der Sommer ist da! Das traditionelle Blombergsportfest war wieder einmal ein einziges Fest für die Sinne und die Wadenmuskulatur. Bei Disziplinen wie Pendelstaffel und Baumkraxeln zeigten die Teams, was in ihnen steckt. Hier geht es nicht um olympische Rekorde, sondern um den Spaß an der Freud', um Gemeinschaft und darum, den inneren Schweinehund mal ordentlich an die frische Luft zu führen. Gekrönt wurde das Ganze von einem Johannifeuer, das den Himmel über Tölz erleuchtete. So geht Sport, der alle mitnimmt!