
Wer dachte, in Garmisch-Partenkirchen dreht sich alles nur um die Zugspitze, hat die Rechnung ohne den Wirt, pardon, den Bürgermeister gemacht. Im August wird die Marktgemeinde zum Schauplatz einer Hightech-Offensive, die selbst James Bond neidisch machen würde. Statt Schlaglöcher mit der Wünschelrute zu suchen, lässt man den Zustand des gesamten Straßennetzes digital erfassen. Ein Scan-Fahrzeug, quasi der 'Google Street View'-Wagen für den kommunalen Hausmeister, checkt jede Ritze und jeden Riss. Das ist nicht nur schrecklich effizient, sondern auch ein Bekenntnis zum Standort. Denn wo die Infrastruktur glänzt, rollt auch der Rubel der Wirtschaft leichter. Vorausschauend, modern, beneidenswert.
Manchmal sind es die kleinen, unspektakulären Nachrichten, die den wahren Fortschritt verraten. In Garmisch-Partenkirchen, diesem Postkarten-Idyll, in dem man eher Jodler als Java-Code vermutet, beweist man gerade eindrucksvoll das Gegenteil. Zwischen dem 10. und 31. August rückt nicht die Bergwacht, sondern die digitale Kavallerie aus. Ein Spezialfahrzeug wird systematisch jede einzelne Gemeindestraße abfahren und ihren Zustand bis ins kleinste Detail digital erfassen. Das klingt vielleicht erstmal nach trockener Verwaltungsarbeit, ist bei genauerem Hinsehen aber eine kleine Revolution. Man stelle sich das vor: Statt auf den Anruf eines wütenden Bürgers über ein neues Schlagloch zu warten, agiert die Gemeinde proaktiv. Man investiert klug in die Substanz, in die Adern der lokalen Wirtschaft. Jeder Lieferwagen, jeder Tourist und jeder Einheimische profitiert. Das ist die Art von intelligenter Verwaltung, die man sich landauf, landab wünscht. Ein Hoch auf die digitalen Asphalt-Cowboys vom Fuße der Alpen!