Meine Damen und Herren, es war wieder so weit. Flutlicht an, Herzen auf Betriebstemperatur, das Oberland hielt den Atem an: Derby-Time! Das 280. Aufeinandertreffen zwischen dem ruhmreichen SC Riessersee und den Tölzer Löwen. Und was soll man sagen? Für die einen wurde es ein Abend wie ein perfekt gezapftes Helles, für die anderen eher so wie das schale Bier vom Vortag. Vor über 3.000 Kehlen im Olympia-Eissportzentrum entwickelte sich anfangs ein flottes, körperbetontes Tänzchen. Doch während die Tölzer ihre Pirouetten mit tödlicher Präzision drehten, schien der SCR noch die Kufen zu suchen. Man war bemüht, ja, aber die Offensive? Ein laues Lüftchen. Tölz hingegen nutzte eine doppelte Überzahl eiskalt zur Führung und legte im zweiten Drittel nach, als wäre es das Normalste der Welt. Der SCR wirkte, mit Verlaub, sichtlich verunsichert, fast so, als hätte man ihnen in der Pause die Kabine geklaut. Erst ganz am Ende, als der Drops längst gelutscht und der Tölzer Goalie vermutlich schon über sein Abendessen nachdachte, bäumte man sich auf. Man kam auf 2:4 ran, aber das war mehr Ergebniskosmetik als eine echte Aufholjagd. Am Ende steht ein verdientes 2:5 für die Löwen, die damit nicht nur das Derby, sondern auch die Tabellenführung feiern. Ein perfektes Wochenende für Bad Tölz, das auch Füssen besiegte. Für Garmisch bleibt die Erkenntnis: Nur weil Derby ist, wacht man nicht automatisch auf.