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Mittenwalds Antwort auf die Ocean's-Reihe: Ein Connaisseur des Verbrechens auf Tournee

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Ganove, aber mit den Bedürfnissen eines Luxus-Backpackers. Genau dieses Anforderungsprofil erfüllte ein bislang unbekannter Held der Nacht in Mittenwald. Anstatt sich plump eine Bank vorzunehmen, kuratierte er sich eine Erlebnis-Tour der Extraklasse. Erst wurde im Schlaraffenland einer örtlichen Gaststätte diniert – à la carte aus dem Kühlschrank, versteht sich. Danach kurz zur Refinanzierung in einem Bekleidungsgeschäft vorbeigeschaut und die Kasse erleichtert. Zum großen Finale gönnte er sich dann eine Übernachtung in der ruhigsten Suite der Stadt: dem örtlichen Leichenhaus. Einbruch, aber mit Lifestyle-Konzept. Die Polizei ermittelt jetzt in Richtung 'bester Mann'.

Es gibt Verbrechen, die sind so stumpf wie ein abgelaufener Joghurt im Supermarktregal. Und dann gibt es Kunst. Performance. Eine Symphonie der Chuzpe. In diese Kategorie fällt zweifellos die jüngste Einbruchsserie in der malerischen Marktgemeinde Mittenwald. Hier war kein stumpfer Grobmotoriker am Werk, sondern offenbar ein Lebemann, ein Flaneur des illegalen Erwerbs. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Der Täter, wir nennen ihn mal den 'Maestro des Müßiggangs', startete seine Tour de Force nicht etwa mit roher Gewalt, sondern mit dem, was uns alle antreibt: einem soliden Appetit. Er suchte eine Gaststätte auf und bediente sich direkt an der Quelle – dem prall gefüllten Kühlschrank. Kein Stress, keine Hektik, einfach nur genießen. Nach dieser kulinarischen Stärkung stand der finanzielle Aspekt auf der Agenda. Ein kurzer Abstecher in ein Modegeschäft, ein beherzter Griff in die Kasse, und schon war das Budget für die nächste Etappe gesichert. Doch wohin nach getaner Arbeit und vollem Magen? Ein Fünf-Sterne-Hotel? Banal. Unser Held entschied sich für eine unkonventionelle Herberge, die vor allem durch ihre himmlische Ruhe besticht: das örtliche Leichenhaus. Hier suchte er, so vermutet die faszinierte Polizei, schlicht ein Nachtlager. Man tritt also zwei Türen ein, um ungestört zu schlummern. Das ist nicht nur dreist, das ist eine Lebenseinstellung. Die Polizei steht nun vor dem charmanten Rätsel, ob es sich um einen einzelnen Täter mit einem sehr speziellen Gusto handelt oder um eine kriminelle Kooperative für Lebenskunst. Eines ist sicher: Langweilig wird es den Beamten im Werdenfelser Land definitiv nicht.

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