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Der große Ausflug des Herrn O.: Wie ein Senior in Bad Tölz mal kurz die Polizei-Apparatur testete

Manchmal muss man einfach mal raus. Das dachte sich wohl auch ein rüstiger 80-jähriger Herr in Bad Tölz und checkte kurzerhand aus der örtlichen Klinik aus – im Nachthemd, versteht sich. Was folgte, war keine panische Suche, sondern eher ein großangelegtes Manöver zu Ehren eines Mannes, der noch Träume hat. Die komplette Tölzer Polizei-Prominenz rückte aus, um dem agilen Senior Geleitschutz zu geben. Nach ein paar Stunden frischer Nachtluft und dem guten Gefühl, nochmal richtig was losgetreten zu haben, ließ er sich wohlbehalten wiederfinden. Ende gut, alles gut. Ein Hoch auf die Abenteuerlust im Alter!

Es gibt ja diese Tage, da wacht man auf und denkt sich: Das kann es doch noch nicht gewesen sein. Die triste Zimmerdecke, der lauwarme Tee, die geregelten Abläufe. Ein 80-jähriger Patient der Asklepios Klinik in Bad Tölz hat diese existenzielle Erkenntnis offenbar in die Tat umgesetzt und sich auf die Socken gemacht. Nur eben ohne Socken, dafür aber im luftigen Krankenhaus-Outfit. Gegen 21 Uhr wurde sein spontaner Aufbruch in die Freiheit bemerkt, und was dann passierte, war weniger eine Vermisstensuche als vielmehr das größte Begrüßungskomitee, das die Region seit dem letzten Papstbesuch auf die Beine gestellt hat. Die Polizeiinspektion Bad Tölz fuhr alles auf, was Rang, Namen und Blaulicht hat. Man kann es sich bildlich vorstellen: Während der agile Rentner unter dem Sternenhimmel Oberbayerns die wiedererlangte Freiheit genoss und vermutlich über das Leben philosophierte, durchkämmten topmotivierte Beamte die Gegend. Es war ein Spiel, bei dem es nur Gewinner geben konnte. Der Ausflügler bekam sein wohlverdientes Abenteuer, und die Polizei konnte mal wieder zeigen, was für eine schlagkräftige und fürsorgliche Truppe sie ist. Um kurz vor drei Uhr morgens war die Grand Tour dann vorbei. Der rüstige Herr wurde unbeschadet aufgefunden, bekam wahrscheinlich noch ein warmes Wort mit auf den Weg und wurde sanft, aber bestimmt zurück ins wohlige Klinikbett eskortiert. Man kann nur hoffen, dass er von seinem kleinen Abenteuer noch lange zu erzählen weiß. Ein großartiger Beweis dafür, dass man für ein bisschen Aufregung nie zu alt ist.

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