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Schongaus Ganoven-Nachwuchs: Zweimal gewollt und nicht gekonnt
Man muss auch mal die kleinen Dinge im Leben würdigen. Zum Beispiel die herzerfrischende Inkompetenz mancher Zeitgenossen, die sich am kriminellen Handwerk versuchen. In Schongau zog ein Langfinger los, um gleich zwei Geschäfte um ihre Habe zu erleichtern. Das Problem: Er scheiterte. An beiden. Grandios. Zurück blieb erheblicher Sachschaden an den Türen, aber kein Cent Beute. Das ist die Art von Einbrecher, die man sich wünscht: Er sorgt für Arbeit bei den Glasern und lässt das Eigentum in Ruhe.
Es ist eine alte Weisheit: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Ein bislang unbekannter Täter in Schongau hätte diesen Rat beherzigen sollen, bevor er seine Karriere als Meisterdieb startete. Sein Tatplan, so scheint es, war ebenso simpel wie ambitioniert: In einer Nacht gleich zwei Geschäftsgebäude heimsuchen. Doch zwischen Plan und Ausführung klaffte eine Lücke von der Größe des Grand Canyon. Im Lena-Christ-Weg machte er sich an den Eingangstüren eines Immobilienbüros zu schaffen, doch die Tür, diese unüberwindbare Festung aus Aluminium und Glas, wehrte sich erfolgreich. Frustriert, aber nicht entmutigt, versuchte er es woanders erneut. Mit dem gleichen Ergebnis. Am Ende des Tages – oder besser, der Nacht – stand eine Bilanz, die sich liest wie das Zeugnis eines Sitzenbleibers: Zweimal angetreten, zweimal durchgefallen. Die einzigen Trophäen seines nächtlichen Ausflugs sind nun zwei demolierte Türen und ein Sachschaden, der den Wert jeder potenziellen Beute vermutlich übersteigt. Man möchte ihm fast zurufen: 'Junge, lass es sein. Versuch's doch mal mit Töpfern.' Die Polizei ermittelt, aber vielleicht sollte man eher ein Stipendium für einen Handwerkskurs ausloben.
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