Es gibt Tage, da ist der Himmel über Bayern einfach nur blau-weiß. Und dann gibt es Tage, da malt er in den Farben einer Wagner-Oper im Endstadium. So geschehen in Greiling, wo die lokale Mülldeponie offenbar beschlossen hat, ihre Existenz mit einem Knall – oder besser gesagt, mit einer riesigen Rauchwolke – zu zelebrieren. Ein Großbrand, der nicht nur ein paar Container, sondern gleich einen ganzen Müllberg in ein loderndes Inferno verwandelte, rief die tapferen Einsatzkräfte auf den Plan. Man muss den Hut ziehen vor der Chuzpe des Schicksals, ausgerechnet einen Ort der Entsorgung in eine derart dramatische Inszenierung zu verwandeln. Während die Feuerwehr, diese unbesungenen Helden des Alltags, dem Flammenmeer den Kampf ansagte, fragte sich der gemeine Bürger, ob das nun die Klimakrise oder doch nur eine sehr, sehr ambitionierte Grillparty ist. Es ist ein beruhigender Gedanke, dass selbst in Momenten des kontrollierten Chaos unsere Rettungskräfte mit einer stoischen Ruhe agieren, als würden sie nur mal eben den Rasen sprengen. Chapeau! Das Oberland hat mal wieder gezeigt: Wenn es drauf ankommt, wird nicht lang gefackelt – außer natürlich, es handelt sich um einen Müllberg.